Ausbildung psychosozialer Fachkräfte
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Ausbildung psychosozialer Fachkräfte

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren können Situationen erfahren, die ernsthafte psychische Belastungen nach sich ziehen. Feuerwehrangehörige sind somit stärker psychisch belastet als der Durchschnitt der Bevölkerung und haben ein erhöhtes Risiko, nach Einsatzbelastungen Traumafolgen zu entwickeln. Daher haben sich die Unternehmerin oder der Unternehmer erforderlichenfalls zur Wahrnehmung ihrer bzw. seiner Pflichten zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheitsschutz sicherheitstechnisch und medizinisch beraten zu lassen (vgl. § 5 UVV DGUV Vorschrift 49 Feuerwehren). Diese Beratung soll zum Beispiel durch geeignete psychosoziale Fachkräfte erfolgen, da der Gesundheitsschutz auch Aspekte der psychosozialen Betreuung von Feuerwehrangehörigen zum Inhalt hat.

Die Notwendigkeit einer Beratung kann sich insbesondere bei der Vor- und Nachbereitung psychisch belastender Einsätze ergeben (vgl. Ziffer 2.3 DGUV Regel 105-049 Feuerwehren). Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte ist integraler Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Wenn eine unmittelbare psychosoziale Unterstützung (PSU) fehlt, kann eine Belastung der Sozialversicherungssysteme durch erforderliche Rehamaßnahmen eine Folge sein.

Die Erforderlichkeit der PSU bei Einsatzkräften ist unbestritten und gut erforscht. In der Vergangenheit wurde die Ausbildung der PSU-Assistentinnen/-Assistenten durch das Land NRW am Institut der Feuerwehr in Münster durchgeführt. Das Land NRW hat sich jedoch aus der Ausbildung der PSU-Assistenzen zurückgezogen. Insofern wird die Ausbildung zur PSU zukünftig an anderen Orten stattfinden.

Die Gemeinden haben (als Träger der Feuerwehr) grundsätzlich die Kosten für den „psychologischen Arbeitsschutz“ zu tragen. Durch die Mitarbeit der Unfallkasse NRW in einem Fachgremium der Feuerwehren (Fachausschuss/Arbeitskreis zur Psychosozialen Unterstützung für Einsatzkräfte (PSU) und Psychosoziale Notfallversorgung für Betroffene (PSNV)) konnte eine erste (anteilige) finanzielle Unterstützung der Unfallkasse NRW für die Städte und Gemeinden bei der Ausbildung der PSU-Assistenzen auf den Weg gebracht werden, denn die Unfallversicherungsträger können sich an den Kosten für die Ausbildung der betrieblichen psychologischen Erstbetreuerinnen und -betreuer beteiligen.

Stand: 06/2022
Webcode: w359